Mexiko 2016

Diesen Sommer zog es uns nach Mexiko, ins Land der Tequillas, Sombreros, Tortillas, Mayas, ...
Doch bis wir endlich ankamen, sind beinahe 24h vergangen. Die mühsame Ein- und Ausreise in Atlanta (in den USA kann man nicht durchchecken), der anschliessend überbuchte Flug sowie das lange Warten und Kreisen auf dem Rollfeld strapazierten unsere Nerven zusätzlich.
Mit 1h Verspätung kamen wir endlich in Cancun an, wo wir uns sofort in den staatlichen ADO Bus nach Playa del Carmen begaben, um dort die erste Nacht zu verbringen. Mehr wollten wir in der "Partystadt" auch nicht, sodass wir am nächsten Morgen nach Tulum weiterzogen.

Tulum
Ohne wirkliche Spanischkenntnisse begaben wir uns in eines der unzähligen colectivos (Sammeltaxis), mit denen man jedes abgelegen Dorf in Mexiko erreichen kann. In Tulum angekommen sprangen wir sogleich in den Pool, der auch bei Aussentemperaturen von 35° und einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit keine wirkliche Abkühlung war. Am Mittag kamen wir ein erstes Mal in den Genuss der absolut genialen mexikanischen Küche.

Bereits das köstliche Essen ist Grund genug für eine Reise nach Mexiko. Die Portionen sind riesig und vor dem Hauptgang werden immer gratis Nachos serviert, sodass wir stets mit übervollen Bäuchen das Restaurant verliessen. Auch die Mexikaner sind alle sehr gut ernährt und werden in den kommenden Monaten sicherlich nicht eine Hungersnot erleiden... Das Abendessen fiel dem Jetlag zum Opfer, das wir aufgrund der Zeitumstellung verschliefen.
Am nächsten Morgen mieteten wir uns zwei Fahrräder und fuhren am den Strand. Nach einem kurzen Platzregen fanden wir einen menschenleeren Strand (Playa Paraiso) vor, der sich nach und nach füllte. Kein Wunder waren am Mittag bereits zahlreiche Menschen hier, denn der Strand wurde im Jahr 2011 als schönster Strand der Welt ausgezeichnet.




Nachdem wir unsere Bäuche wieder mit Fajitas, Guacamole und einem Corona gefüllt haben, radelten wir am späteren Nachmittag zu den berühmten Tulum-Ruinen hoch.


Obwohl diese direkt an der Küste liegen und es ein wenig windete, rann uns der Schweiss überall runter. Doch die Ruinen waren es wert und wir sahen zahlreiche Leguane, die sich hier trotz diesen extremen Temperaturen wohl fühlten.
Am folgenden Tag schnappten wir uns ein colectivo und fuhren nach Akumal, das für die Schildkröten in der Bucht bekannt ist. Leider waren wir hier mit vielen Pauschaltouristen zusammen auf der Suche nach den Schildkröten, die sich an diesem Tag leider nicht blicken liessen. Nichtsdestotrotz sahen wir zwei Stachelrochen, die uns sehr imponierten und grosse Fischschwärme, die wir mit Seegras anlocken konnten. Am Nachmittag machten wir bei den berühmten Cenoten Dos Ojos halt. Diese Unterwasserhöhlen (Cenoten) luden zu einem Sprung ins kühle Nass ein. Das schöne kristallblaue Wasser sowie die Stalagmiten und Stalagtiten waren sehr beeindruckend.

Es ist fast nicht zu glauben, aber auf dem Rückweg gab es keine Taxis (wäre in Asien nie vorgekommen), sodass wir den Weg zurück zur Hauptstrasse zu Fuss antreten mussten.

Laguna Bacalar
Mit dem ADO Bus fuhren wir weiter nach Bacalar, das am gleichnamigen See Laguna Bacalar liegt. Viele Reisende haben bereits von diesem See geschwärmt, wodurch unsere Erwartungen gestiegen sind. Diese wurden auch vollumfänglich erfüllt. Türkisblaues Wasser und schöne Stege ergaben das perfekte Fotomotiv.

Während die fussballbegeisterten Mexikaner den EM-Halbfinal verfolgten, gönnten wir uns eine Abkühlung im türkisfarbenen Wasser.

Am nächsten Tag hatten wir für den Morgen eine Bootstour gebucht, die uns an vom Land nicht zugängliche Orte brachte. In der Cenote Esmeralda sahen wir eine der sechs Wasserquellen und in der Cenote Negro erkundeten wir das 90m tiefe, schwarze Loch von der Oberfläche. Beim Canal of the Pirates (Piratenkanal) fanden wir ein Wrack eines Piratenschiffs vor, dass im kitschig hellblauen Wasser lag.
Tags darauf radelten wir mit den Fahrrädern zur Cenote Azul, in der wir uns nach einer anstrengenden Fahrt über die unzähligen Hügel (Bikes in Mexiko haben nur einen Gang) erholten. Am Nachmittag statteten wir den Cocalitos einen Besuch ab. Diese "lebendigen" Steine, welche atmen und sich bewegen, liegen im Wasser und sehen wie überdimensionale Pilze aus.
 
Bereits bei der Abreise in Tulum erfuhren wir, dass die Strasse von Bacalar nach Palenque gesperrt respektive blockiert ist. Die Strassenblockaden seien ein Zeichen an die Regierung hiess es und würden noch eine Weile andauern, sodass wir zu einer Planänderung gezwungen wurden. Den Bundesstaat Chiapas sollten wir nicht besuchen, da auch die Strasse ins berühmte San Cristobal für Touristen im Moment nicht zugänglich ist. Backpacker, welche wir getroffen hatten, berichteten von kilometerlangen Blechschlangen vor dem Grenzübergang in den Bundesstaat Chiapas. Zum Glück umgingen wir diese Strapazen und konnten unsere Route etwas verkürzen. Die Distanzen sind immernoch gross...
Somit entschlossen wir uns, in Xpujil einen Zwischenhalt einzulegen, um die Mayastätte Calakmul im Dschungel zu erkunden. Die Stecke nach Xpujil legten wir mit dem ADO Bus ab Chetumal, das an der Grenze zu Belize liegt, zurück. Das Ticket konnten wir dank Händen, Stift & Papier sowie wenigen Wörtern in Spanisch bereits in Bacalar kaufen. Auch die Umbenennung in Pasqual und Zetina Canthes störte uns nicht. Der Weg führte über unzählige Topes (Bumps) in das 4000 Seelen-Dorf Xpujil, in dem es neben 2-3 lokalen Restaurants und Hotels nichts gibt.

Xpujil
Um 06.30 rasten wir mit dem Mietwagen des Hotels los in Richtung Calakmul. Doch unsere Fahrt wurde schnell von den vielen Schlaglöchern gebremst, sodass wir für die rund 100km über 2h benötigten. Immer weiter führte die Strasse in den Dschungel hinein Richtung Süden, vorbei an zahlreichen wildlebenden Truthähnen. Die seltenen hier lebenden Brüllaffen blieben uns verwehrt. Als wir Calakmul endlich um neun Uhr erreichten, wurden wir bereits von zahlreichen hungrigen Mücken attakiert. Wir marschierten mit viel Wasser und bei tropischen Bedingungen los, um die Mayastätte zu erkunden. Bis wir die erste Ruine erklommen, erblickten wir keine Menschenseele. Erst von der rund 35m hohen Ruine aus sahen wir ein Duzend andere Touristen.



Der Ausblick ins nahe Guatemala (38km) sowie auf die umliegenden Ruinen war atemberaubend! Wir waren umgeben vom Regenwald soweit das Auge reichte... Nachdem wir auch die anderen zwei Ruinen bestiegen hatten, begaben wir uns nach der dreistündigen Erkundungstour wieder völlig verschwitzt in unserem Mietwagen auf den Rückweg.
Kurz vor Xpujil bogen wir noch nach Becan ab, um auch diese Maya-Stätte kurz zu besichtigen. Auch diese Ruinen hatten es in sich und gaben uns einen Energieschub, um sie zu erklimmen.


Mit müden Beinen erreichten wir unser Hotel in Xpujil wieder und waren froh, es heil und ohne Reifenwechsel (wegen den vielen Schlaglöchern) wieder zurück in die Zivilisation geschafft zu haben...
Einzig und allein der EM-Final blieb uns am Nachmittag verwehrt, da just in diesem Moment ein zweistündiger Stromunterbruch im Dorf herrschte. Wahrscheinlich haben zu viele Mexikaner den Fernseher angeschaltet...
Von Xpujil schnappten wir uns den einzigen Bus am Tag, der dieses "Kaff" nach Campeche verlässt. Vom Land in die Stadt, oder anders ausgedrückt: von billig zu teuer. Denn während wir in Xpujil für 86 Pesos (CHF 4.60) gegessen und getrunken hatten, kostete hier in Capeche bereits ein Bier denselben Preis!

Campeche
Campeche zählt zum Unesco Weltkulturerbe. Das herzige Städtchen überzeugte uns mit seinem Charme für einen kurzen Aufenthalt. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten sucht man hier vergebens. Vielmehr sind es die bunten Häuser, welche das Stadtbild prägen sowie die Kathedrale am Plaza Principal.




Die Mauer um die Stadt wurde ca. 1000 n. Chr. erbaut, um diese von den Pirtenangriffen zu schützen. Nach einem kurzen Spaziergang über die Mauer sowie dem Fanieren durch die Gassen kühlten wir uns während der heissen Mittagssonne in Hotelpool ab. Vor dem Abendessen begaben wir uns noch auf eine kleine Shoppingtour, um unsere Rücksäcke zu füllen.

Merida
Mit dem ADO fuhren wir weiter in die Hauptstadt des Bundesstaates Yucatan, nach Merida. Dieser Millionenstadt statteten wir nur einen kurzen Besuch ab, da sie neben einigen Museen und guten Restaurants nicht viel zu bieten hat. Dennoch sahen wir in dieser Kolonialstadt zahlreiche alte VW-Käfer, die hier anscheinend noch sehr rege verbreitet sind.

Rund um den Plaza Grande bestaunten wir die älteste Kathedrale Amerikas, die mit Steinen aus alten Mayapyramiden erbaut wurde. Auch durch das Casa de Montejo sowie den Mercado Lucas de Galvez spazierten wir in der heissen Nachmittagssonne. Wir wurden von einem Mexikaner angesprochen, der einige Zeit im Tessin lebte und von der OLMA, dem Migros und natürlich Schokolade schwärmte. Auch ein anderer Mexikaner, der bei der Touristeninformation arbeitet, sprach uns auf der Strasse an, gab uns Tipps und erzählte vom Migros. Anders als in Asien wird man hier in Mexiko nicht angesprochen, um etwas zu kaufen, sondern die Mexikaner sind einfach freundlich und hilfsbereit.
In Merida ist speziell, dass jeden Wochentag in einem Park am Abend eine öffentliche Vorführung stattfindet. Diese liessen wir uns natürlich nicht entgehen. Wir begaben uns nach dem Maya-Nachtessen auf den Plaza Santa Lucia, wo wir eine Vorführung mit traditionellen mexikanischen Kleidern & Tänzen sowie mexikanischer Musik sahen.

Valladolid
Am nächsten Morgen zogen wir bereits wieder weiter nach Valladolid, das als guter Ausgangspunkt für Ausflüge in der Umgebung dient. Für den Nachmittag mieteten wir uns zwei Fahrräder und strampelten zu der Cenote Oxman, die uns vom Hotelmanager als wenig touristisch und sehr attraktiv empfohlen wurde. Nach einer schweisstreibenden Fahrt endlich dort angekommen mussten wir zuerst die Cenote suchen. Über eine Treppe führte der Weg hinunter in die etwa 30m tiefe Unterwasserhöhle, in der wir nur eine Hand voll Touristen vorfanden. Das kristallblaue Wasser lud sofort zu einer Abkühlung ein.

Nach einem etwas längeren Gewitter radelten wir wieder die 7km zurück in die Stadt.

Am nächsten Morgen machten wir uns früh auf, um nach Chichen Itza zu gelangen. Chichen Itza ist eines der sieben neuen Weltwunder und lockt täglich abertausende von Touristen aus halb Mexiko an. Wer, wie wir, die Massen der Tagestouristen aus Cancun etc. umgehen will, sollte möglichst bei Öffnung der Stätte um 8 Uhr vor Ort sein. So waren es auch wir und wir konnten uns während drei Stunden ohne nervende Verkäufer, heisse Temperaturen oder Touristenschaaren umsehen.




Nach dem Mittagessen zurück in Valladolid schnappten wir uns erneut zwei Drahtesel und radelten zu den etwas ausserhalb liegenden Cenoten Samula und Xkeken. Diese beiden werden von vielen als die Schönsten und Attraktivsten in Mexiko bezeichnet, was wir durchaus bejahen können.


Nachdem wir nach einem Bad in beiden Cenoten unsere Körpertemperatur wieder etwas herunterfahren konnten, radelten wir in der heissen Spätnachmittagssonne zurück nach Valladolid.
Da die Mexikaner jeden Sonntag gratis alle Maya-Stätten besuchen können, entschieden wir uns gegen einen Besuch solcher. Weil es keine freien Mietautos mehr gab für diesen Tag mussten wir den langen und beschwerlichen Weg nach Rio Lagartos mit dem ÖV unternehmen. Nach einer langen, einstündigen Pause in Tizimin erreichten wir das Fischerdorf Rio Lagartos im Norden endlich am Mittag.

Wir wollten hier einen Bootsausflug zu den Flamingos und Las Coloradas, den pink verfärbten Salz-/Süsswasserseen, unternehmen. Am Hafen wurden wir sogleich auch von mehreren Fischern angesprochen, die uns eine Tour anboten. Mit dem Motorboot fuhren wir hinein in das Bioreservat. Schon bald stoppte unser "nur spanisch sprechender" Kapitän und zeigte auf einen Adler, den er mit seinen Adleraugen und bei Tempo 60 erblickte. Kurz später folgte bereits ein etwas unerwartetes Highlight. Er zeigte in die Ufernähe, wo wir unter der Wasseroberfläche ein Krokodil sahen. Doch seine "mit-den-Händen-ins-Wasser-klatschen"-Lockversuche nützten nichts und es verschwand zu unserem Erstaunen. In unmittelbarer Nähe befanden sich auch die grossen Kolonien von Flamigos, zu denen sich auch viele Pelikane gesellten.



Die Farben der Las Coloradas-Seen schimmerten zu dieser Jahreszeit wegen dem hohen Salzgehalt (man darf nicht baden) nicht so schön pink, doch eindrücklich waren sie gleich neben dem blauen Wasser allemal. Das obligatorische Maya-Bad, d.h. sich von Kopf bis Fuss mit Schlamm einzureiben, liessen wir natürlich auch nicht aus. Nachdem wir uns am Strand den Schlamm wieder weggewaschen hatten, warteten wir noch eine halbe Ewigkeit auf unsere Rückfahrgelegenheit nach Tizimin. Da dieses Fischerdörfchen nur alle 3-4h ein Sammeltaxi verlässt, dauerte es bis um 21 Uhr, bis wir endlich wieder nach Valladolid zurückkehrten.
Frühmogens am nächsten Tag ging es bereits wieder mit einem Sammeltaxi los nach Ek Balam, einer weiteren im Dschungel liegenden Maya-Stätte. Dank nur einer Hand voll Touristen war es noch ruhig hier und die Ruinen konnten noch vor der grossen Mittagshitze bestiegen werden.
Zurück in Valladolid packten wir unsere Rücksäcke, um nach Cancun und dort von Puerto Juarez auf die Isla Mujeres weiterzuziehen.

Isla Mujeres
Die letzten Tage verbrachten wir am Strand, hauptsächlich am Playa Norte. Der bilderbuchhafte Strand füllte sich erst nach dem Mittag so langsam, als auch die vielen Yachten in Strandnähe anlegten.


Aus dem Liegestuhl heraus liessen sich sehr gut die Pelikane beim Fischfangen beobachten und die schönen Sonnenuntergänge am Abend geniessen.

Auch ein Schnorchelausflug in die schöne Unterwasserwelt durfte nicht fehlen. Dabei sahen wir neben den vielen farbigen Fischen (auch Baracudas) die versunkenen Statuen sowie ein Auto.

Am letzten Tag machten wir uns mit den Fahrrädern auf, um die rund 8km lange Insel zu erkunden. Nach der Fahrt der felsigen Küste entlang erreichten wir den östlichsten Punkt Mexikos, den Punta Sur mit Leuchtturm.

Nachdem wir uns nach der schweisstreibenden Rückfahrt wieder am Playa Sol abgekühlt hatten, schnappten wir die nächste Fähre zurück aufs Festland nach Cancun. Am nächsten Morgen wollten wir mit dem ADO an den Flughafen, doch der wurde in letzter Minute gestrichen. Nur einmal in drei Wochen waren wir auf eine pünktliche Abfahrt angewiesen, und genau in diesem einen Moment klappte es nicht... Doch mit einem Taxi und einer Portion Ärger erreichten wir schliesslich den Flughafen doch noch pünktlich, um wieder über Atlanta zurück in die Schweiz zu fliegen...

FAZIT
Nach rund 3 Wochen in Mexiko können wir folgendes feststellen: Obwohl Mexiko nicht als typisches Backpacker-Land bekannt ist, ist es sehr empfehlenswert. Unserer Meinung nach ist bereits das köstliche mexikanische Essen Grund genug für eine Reise. Vielleicht sind es die negativen Vorstellungen über den mexikanischen Drogenhandel und die damit verbundene Kriminalität, welche viele Backpacker noch vor einer Reise abschrecken. Die Polizeipräsenz ist sicherlich höher als in den anderen Ländern. Dadurch fühlen sich jedoch die meisten Touristen sicherer.

Mexiko ist ein abwechslungsreiches Land, welches mit traumhaften Stränden, schönen Cenoten, versteckten Maya-Ruinen und Kolonialstädten zu überzeugen mag. Das mexikanische Volk haben wir als sehr zuvorkommend und überhaupt nicht aufdringlich empfunden. Anders als in Asien wollte uns hier niemand abzocken, kein Taxifahrer, kein Verkäufer, niemand.Auch wenn die Mexikaner wissen, dass wir praktisch kein Spanisch verstehen, wurde darauf keine Rücksicht genommen. Sie sprechen sehr ungern Englisch, obwohl der Grossteil der Touristen hier aus den USA kommt.

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