Griechenland 2025

Eigentlich wollten wir die Sommerhitze und die Touristenmassen umgehen und während unserer Flitterwochen im April nach Griechenland reisen. Doch das Angebot von Kollegen für einen Segeltörn im Sommer packte uns zu sehr, sodass wir nicht widerstehen konnten. Bevor es aber so weit war, erkundeten wir das Land auf eigene Faust.


Santorini

Aegean brachte uns auf die wohl bekannteste griechische Insel: Santorini. Im Hauptort Fira bezogen wir unser Apartment, das wie fast alle Hotels auf der Insel mit einem Pool ausgestattet war.



Wir schlenderten durch die schönen weissen Gassen, die untertags von tausenden Touristen besucht werden.



Die meisten kommen mit dem Kreuzfahrtschiff in der Bucht an und fahren dann entweder mit der Seilbahn oder reiten auf einem Esel die knapp 600 Treppenstufen zum Kraterrand hoch.



Wir machten Halt in einer Klosterkirche und fanden uns plötzlich inmitten einer spanischen Messe mit Nonnen wieder. Danach wanderten wir dem Kraterrand entlang zur berühmten Kirche mit den drei Glocken und dem blauen Dom.



Der Weg führte weiter Richtung Norden durch das Dorf Firostefani nach Imerovigli. Dort machten wir einen Abstecher zum Skaros Fels hinaus.



Dahinter liegt eine schöne Kirche direkt an der Klippe. Nach der längsten Etappe erreichten wir den Norden der Insel und das malerische Dorf Oia. Dieses ist wohl der Hauptgrund, wieso so viele Touristen nach Santorini kommen. Die weissen Kirchen mit den blauen Kuppeln ergeben das perfekte Postkartenmotiv.



Unweit davon gibt es auch noch die in Griechenland typischen Windmühlen zu sehen.



Wir spazierten in die Ammoudi Bucht runter, um uns im kristallklaren Meer abzukühlen.



Für den Sonnenuntergang stiegen wir wieder einige Treppenstufen hoch und fanden einen ruhigen Ort, denn die Gassen etwas darüber waren komplett voll von Menschen.



Um die im Süden der Insel gelegenen Sehenswürdigkeiten zu erreichen, mieteten wir uns einen Roller. Beim bekannten Glockenturm in Megalochori legten wir einen ersten Stopp ein.



Interessanter waren aber die unterirdischen Höhlen unter den Häusern nebenan. Da es dort drin schön kühl ist, lebten die Einheimischen bis 1980 darin und lagerten Lebensmittelvorräte.



Weiter ging die Fahrt an die schwarzen Lavastrände der Insel nach Perissa.



Glücklicherweise spürten wir nichts mehr davon, dass vor ein paar Monaten die Erde auf der Vulkaninsel noch heftig gebebt hatte und die Menschenmassen aufs Festland geflüchtet waren.



Der Vlychada Strand entzückte vor allem wegen seiner schönen Hintergrundkulisse aus schroffen Sandsteinformationen.



Ebenso beeindruckt waren wir beim Red Beach von der roten Felswand, die hinter dem engen Strand senkrecht empor ragt.



Für den Sonnenuntergang begaben wir uns zum westlichsten Punkt der Insel, dem Akrotiriou Leuchtturm. Nach etwas relaxen am Pool flogen wir wieder zurück aufs Festland und liehen uns in Athen einen Mietwagen, um das Festland zu erkunden.



Meteora
Wir fuhren Richtung Norden des Landes zu den Meteora Klöstern. Am Fusse dieser steuerten wir in Kastraki erstmal ins Digital Projection Center und ins Museum der geologischen Formationen, um in einem 3D-Film und auf einigen Tafeln etwas über die Entstehung des Unesco Welterbes zu lernen. Die Gegend war vor Jahrmillionen ein Flussdelta, in dem sich Sedimente ansammelten. Durch die Verschiebung der Kontinentalplatten erhoben sich diese und wurden mit der Zeit von Regen, Wind und Eis ausgewaschen. Bis heute wurden über 50 dieser schön geschliffenen Felsen ausgewaschen, die bis zu 300m hoch sind.


In vielen befinden sich auch Höhlen, in die sich im 11. Jh. Eremiten zurückzogen auf der Suche nach Einsamkeit. Ab dem 13. Jh. wurden auf den Felsen über 40 Klöster errichtet, von denen heute noch sechs bewohnt sind und besichtigt werden können. Deren luftige Höhe wurde aufgrund der Nähe zu Gott, Ruhe, Isolation und als Schutz vor Plünderungen so gewählt. Zu erreichen waren die Klöster früher nur über schwindelerregende Strickleitern und Seilwinden, bis diese ab 1920 durch Treppen ersetzt wurden.


In Kastraki starteten wir auf einem der viele kleinen Wanderwege durch die einzigartige Landschaft hoch zur winzigen Holy Spirit Kirche, die in einer kleine Höhle im Fels liegt.


Auf dem Fels nebenan kamen wir über eine Leiter hoch und hatte eine gute Aussicht in alle Richtungen. Auf dem Rückweg sahen wir auf das spektakulär gelegene Rousanou Kloster.


Unweit davon machten wir einen kurzen Abstecher zum Kloster St. Nikolau hoch, das mitten in den Fels gebaut wurde.


Die Höhlen von Saint Gregory mit den Holzbrettern sahen wir nur von unten, dafür erkundeten wir andere unbekannte von innen.


Von Kalambaka aus wanderten wir auf dem Trinity Trail hoch zum Kloster Agia Triada, das aus dem James Bond Film „In tödlicher Mission“ bekannt ist. Auf dem Weg dorthin sahen wir die Haut einer Schlange in einem Felsspalt.


Ins Kloster St. Stefan kamen wir auf freundliche Bitte der Nonne am Eingang kostenlos rein und bestaunten in der Klosterkirche die vielen gemalten Bilder von geköpften Heiligen.


Einige Klöster wie das Valaam können nur über eine Brücke oder einen Lift gegangen werden.


So auch das Great Meteoron, das grösste Kloster, welches wir ebenfalls von innen besichtigten.


Wir wanderten weiter zum Ypapanti Kloster, das nicht auf, sondern in den Fels gebaut wurde.


Als Abschluss schauten wir uns den Sonnenuntergang von einem der Felsen aus an, bevor wir über die Berge und die hügelige Passstrasse nach Ioannina weiterfuhren.


Ioannina und Vikos-Schlucht
Die Altstadt liegt direkt am See und ist durch Stadtmauer umgeben.


Darin befinden sich zwei Moscheen aus der Zeit des osmanischen Reichs und diverse Ausgrabungen.


Etwas ausserhalb der Stadt stiegen wir in die Perama-Höhle hinunter, die eine der grössten im Balkan ist (ja, Griechenland zählt auch dazu). Von den über 5km ist nur 1km für Touristen offen. Wir begaben uns auf dem schmalen und niedrigen Weg an den Stalagmiten und Stalaktiten vorbei und lernten, dass für deren Wachstum von 1cm rund 60-80 Jahre vergehen.


Ausserdem wurde uns erklärt, dass langsame Tropfen Stalaktiten ergeben (von oben) und schnellere Tropfen Stalagmiten (von unten). Wir bewunderten diese in den riesigen Höhlenkammern und zogen weiter durch das „Gemüsebeet“, in dem die Stalaktiten eher Romanesco glichen.


In einer Kammer wurde auch Fossil eines vegetarischen Höhlenbären gefunden, der wohl während der Eiszeit darin lebte und gar grösser als heutige Braunbären war.


Wir fuhren weiter Richtung Norden und albanische Grenze nach Vradeto und wanderten zum Beloi Aussichtspunkt.


Von dort hatten wir eine sensationelle Aussicht in die 1‘000m tiefe Vikos-Schlucht, die im Verhältnis zur Breite sogar die tiefste Schlucht der Welt ist. Wieder unten angekommen fühlten wir uns bei der Steinbrücke von Kokkoris wie im Verzasca Tal.


Auf der anderen Seite ging es wieder hoch ins schöne Bergdorf Monodendri. Ein Stück weiter oben gelegen ist der Aussichtspunkt Oxia, von dem wir die Schlucht von der anderen Seite überblicken konnten.


Unweit davon machten wir Halt bei einem „Steinwald“, bei dem die Kalksteinformationen wie gestapelte Platten aussahen.


Auch duzende von Menschen gemachte Steinmännchen zieren die Landschaft. Nach diesen Highlights verliessen wir die Gegend wieder Richtung Süden und fuhren der Westküste entlang nach Delphi.

Delphi
Nach etwas Erholung am Pool machten wir uns auf zur archäologischen Stätte Delphi. Diese entstand im 8. Jh. vor Chr. durch die Ausbreitung der Griechen. Früher kamen viele Leute von weither nach Delphi bevor sie etwas starteten, um das Orakel im Apollon-Tempel nach der Meinung zu fragen.


Dieses Orakel war eine Frau, die heilige Dämpfe einatmete und in einen Delirium ähnlichen Zustand fiel. Ihre Aussagen wurden dann von den Priestern gedeutet, wobei die Lösung immer zweideutig war, sodass man sie selbst beantworten musste. Diese Prozession gab es ein Mal pro Monat und es konnten alle möglichen Arten von Fragen gestellt werden, egal ob politisch, militärisch, sportlich oder auch persönlich.


Wir besichtigten Tempel, die als Schatzkammern dienten, als auch den grossen Apollon-Tempel, der durch Feuer und Erdbeben zweimal zerstört und wieder aufgebaut wurde. Gemäss Zeus ist hier das Zentrum der Welt - wohl bis später andere Theorien aufgestellt wurden. Von Apollon, dem Gott des Fortschritts und des Lichts, kam auch der Name des Mondlandeprogramms der Nasa. Am besten erhalten ist das Theater, in dem Musicals und religiöse Feste ausgetragen wurden.


Wir stiegen bis ganz nach oben zum Stadion, wo es wieder flach wurde. Dies war der perfekte Ort für eine 200m lange Rennstrecke. Hier fanden alle vier Jahre die Panhellenic Festivals statt, die zweitwichtigsten Spiele neben den olympischen Spielen. Sie dauerten 6-8 Tage, wobei die Rennen immer am fünften Tag stattfanden.


Neben den Einstadienläufen gab es auch Mehrstadien- und Langstreckenläufe oder Läufe mit Helm und Schildern. Auch ein Pentathlon, ein antiker Fünfkampf, wurde mit den Disziplinen Rennen, Wrestling, Diskus, Weitsprung und Speerwurf abgehalten. Die Gewinner erhielten jeweils einen Palmzweig oder Lorbeerkranz. Die Spiele waren wichtig für den sozialen Austausch, denn die Teilnehmer und Zuschauer kamen aus allen Regionen.


Im archäologischen Museum nebenan lernten wir, dass Nike eine Göttin aus der griechischen Mythologie ist und der Sportartikelhersteller deshalb seinen Namen hat. Die Griechen haben sich ihrerseits von den Ägyptern bzgl. Figuren (z.B. Sphinx) inspirieren lassen.


Wir bestaunten auch Zeichnungen von Schlachten wie jener von Troja, bei der die olympischen Götter gegen die Giganten kämpften. Nach dieser kulturellen Vertiefung fuhren wir ins schöne Bergdorf Arachova nebenan.


Hier liegt im Winter Schnee und es ist der Ausgangspunkt zu einem der grössten Skigebiete des Landes.


Korinth
Die Stadt ist bekannt für ihre Landenge, welche das Festland mit der Halbinsel Peloponnes verbindet. Dazwischen liegt der weltbekannte Kanal von Korinth, der für die kleineren Schiffe eine Abkürzung bietet, um die Halbinsel nicht immer umfahren zu müssen.


Obwohl die Idee schon vor Christus Geburt im Raum stand, wurde der 25m breite Kanal nach zwölf Jahren Bauzeit erst 1893 fertiggestellt. Die Durchfahrt kostet je nach Grösse des Schiffs Fr. 100 bei kleinen Segelbooten oder mehrere Zehntausend für grosse Frachtschiffe mit Schlepperbooten, wie auch wir eines beobachten konnten.


Auch den wagemutigen Bungee Jumpern von der über 50m hohe Brücke schauten wir zu. Etwas ausserhalb in Akrokorinth, der Festungsanlage auf einem Berg im Gebiet des alten Korinths, erkundeten wir die wichtigste Burg auf der Peloponnes Halbinsel.


Sie wurde im 7. Jh. v. Chr. von den Korinthern erbaut zur Verteidigung und später von verschiedensten Völkern besetzt. In der Festungsanlage lebten Moslems und Christen zusammen und es gab mehrere Kirchen und Moscheen darin. Wir wanderen auf den Burgmauern entlang einmal um die gesamte Anlage, die auch als Rückzugsort für den Fall eines Piratenangriffs genutzt wurde.


Nach rund 1‘300km Fahrt in 8 Tagen gaben wir unseren Skoda Citigo wieder am Flughafen ab und begaben uns mit der Metro ins Zentrum von Athen rein.

Athen
Wir liessen uns im geschäftigen Stadtteil Plaka nieder und starteten unseren Stadtrundgang beim Zappeion, das zu Ehren des Gründers der Olympien, dem Vorläufer der olympischen Spiele, errichtet wurde.


Es wurde während der Olympischen Spiele auch schon für Fechtwettkämpfe verwendet.


Beim römisch-griechischen Hadrianstor nebenan wurde das Material abgebaut und wiederverwendet für die wichtigere Akropolis auf dem 150m hohen Hügel.


Zu eben dieser Akropolis, der „Oberstadt Athens“, stiegen wir danach mit tausend anderen Touristen hoch.


Dieses Unesco Welterbe ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Welt. Teil der Akropolis ist auch das Dyonosostheater, das als erstes Theater der Welt gilt und im antiken Griechenland das wichtigste Theater war. Unweit davon befindet sich auch das Theater des Herodes, im dem heute noch Aufführungen stattfinden.


Oben beim Haupttempel, dem Parthenon, angekommen waren wir beeindruckt von der Grösse des Marmortempels. Die Akropolis wurde bereits 1600 v. Chr. erbaut und diente als Festung. Später wurde sie immer wieder umfunktioniert - als Kirche, Moschee oder Pulverlager. Einst wurde sie durch eine Explosion stark beschädigt und heute noch restauriert.


Vom Hügel nebenan hatten wir eine gute Aussicht auf die Akropolis und die 4-Millionen-Stadt.


Wir schlenderten durchs Künstlerviertel Psiri vorbei an einigen schönen Graffitis.


Auch das kurlige Restaurant Little Kook konnte uns mit seinem Charme überzeugen.


Beim Monastiraki Platz mit der alten Moschee hatten wir einen guten Blick auf die Akropolis hoch.


Wir zogen weiter ins Panathinaiko Stadion, das Olympiastadion der ersten olympischen Spiele der Neuzeit 1896. Es wurde bereits vor 2500 Jahren gebaut und in der römischen Zeit für Gladiatorenkämpfe verwendet.


Die ersten Spiele fanden 767 v. Chr. statt und wurden alle vier Jahre abgehalten, bis sie 393 n. Chr. durch den Kaiser verboten wurden und 1896 wieder auferstanden. Auch heute noch wird es genutzt für Empfänge von Delegationen, Siegesfeiern etc. Von der obersten Marmorsitzreihe hatten wir eine super Aussicht über die ganze 204m lange Bahn, welche auch das Ziel des Originalmarathons war.


Filippidis rannte von Marathon nach Athen um zu verkünden, dass die Athener die Schlacht bei Marathon gegen die Perser gewonnen hatten, bevor er an Erschöpfung starb. Wir schlenderten durch die Katakomben im Inneren des Stadions und waren beeindruckt von den Originalen der Fakeln aller olympischen Spiele. Diese werden immer noch in Olympia mit einem Parabolspiegel und natürlichem Sonnenlicht entfacht.


Das einzige Marmorstadion der Welt bietet Platz für 68'000 Zuschauer. Wir lernten, dass eine Wettkampflänge früher 185m (600 Fuss) hatte und als "Stadion" bezeichnet wurde. Im Laufe der Zeit wurde das Längenmass auch für die Sportstätte mit Tribühnen verwendet. Wir stoppten noch beim griechischen Parlamentsgebäude und schauten der Wachablösung gespannt zu.


Für den Sonnenuntergang machten wir uns auf zum Philopapposhügel, auf dem sich auch Sokrates Gefängnis befindet.


Segeltörn saronische Inseln
Im Alimos Marina Hafen wartete bereits unsere gechartete 10+1 plätzige Segelyacht „Glafki Oceanis 51.1“.


Wir kauften kiloweise Lebensmittel und Getränke für die kommenden Tage ein und bezogen mit unseren Schweizer Kolleginnen und Kollegen das 650'000 Euro teuere, fahrende Haus.


Auch unser angeheuerter deutscher Skipper Matthias begleitete uns und führte mit uns sogleich ein Sicherheitsbriefing durch, damit wir alle die Basics des Schiffs kennenlernen. Nachdem der Dieselgenerator geprüft und die 3 Frischwassertanks mit total 770 Liter Kapazität gefüllt waren, legten wir ab Richtung Südwesten zu den saronischen Inseln. Kaum waren wir aus dem Hafen, setzten wir die zwei Segel und setzen mit ordentlichen 20 Knoten und dem Wind im Rücken über zur Insel Ägina.


Wir umsegelten deren Westseite und erreichten teils Winkel von beinahe 45 Grad Schräglage. Nachdem wir in einer Bucht ankerten und uns eine Abkühlung gönnten, schaukelten wir das erste Mal in den Schlaf.


Um 1 Uhr in der Nacht wurden wir vom Wind und dem hohen Wellengang geweckt und Minuten später sprang der Motor an. Dies war das Alarmzeichen für alle, da unser Anker nicht hielt und wir Richtung Land abgedriftet waren. Es waren nur noch 80cm zwischen Bug und Meeresboden und wir mussten schnell weg. Neu ankern kam bei diesem Sturm nicht in Frage und so entschieden wir uns für eine Nachtfahrt Richtung Festland bei 28 Knoten Wind, was Beaufort Stärke sieben und über 50kmh entspricht. Wir zogen unsere Schwimmwesten an, sicherten uns mit den Karabinern an Deck und wurden ein paar mal von einer Seitenwelle überspült. Um 4 Uhr morgens kamen wir schliesslich in einer ruhigen Bucht vor der Peloppones Halbinsel an und ankerten. Nach dieser kurzen Nacht machten wir uns mit dem Stand-Up-Paddle (SUP) und Taucherbrille auf, um das Wrack von einem Frachtschiff nebenan zu erkunden.


Anschliessend fuhren wir durch den engen Kanal von Poros und der Peloponnes Halbinsel entlang nach Ermioni, um in der nächsten Bucht unseren Anker zu werfen. Wie jeden Tag kühlten wir uns am Abend und Morgen danach im 30 Grad warmen Mittelmeer ab, bevor wir wieder weitersegelten. Bei der Insel Hydra angekommen legten in einer Bucht an (ganz rechts ist unser Segelboot).


Danach mussten wir mit dem Dingi, dem kleinen Beiboot, an Land übersetzen, um die Landleinen zu befestigen.


Wir spazierten ins Dorf und bestaunten im Hafen die riesigen Luxusyachten, welche auch das eher hohe Preisniveau auf der Insel widerspiegelten.


Dennoch gönnten wir uns zur Abwechslung mal ein Essen in einem Restaurant mit frischem Fisch vor einem herrlichen Sonnenuntergang.


Nachdem wir in der kristallklaren Bucht nochmals schnorchelten, machten wir uns wieder auf den Rückweg gemacht. Wie fast jeden Tag wollte der Wind nicht so richtig in Fahrt kommen, dass wir einige Stücke mit Maschinenunterstützung oder ab und zu auch nur mit der Maschine (6 Knoten) fahren mussten. Nach drei Nächten in Buchten legten wir im Hafen von Poros auf der gleichnamigen Insel an, um unsere komplett leeren Frischwassertanks wieder aufzufüllen. Leider wurde daraus nichts, denn wegen Wasserknappheit und tiefem Wasserstand auf der Insel kam nichts mehr aus den Wasserhahnen. Zu unserem Glück legte neben uns ein Schweizer mit seiner Segelyacht an und hatte genügend Frischwasser dabei, um uns 300l rüberzupumpen. Nach dem Sonnenuntergang genossen wir das leckere griechische Insel in einer lokalen Taverne.


In der Bucht vor der Stadt stand dann etwas Badespass auf dem Programm. Nach einer kurzen Rund Wrecking Ball wurden die Bootsfender zusammengebunden und mit dem SUP ins Wasser gelassen, um sich vom Boot im Wasser ziehen zu lassen. Im Zickzack mit ein paar Wenden gelangten wir zur Insel Methana, wo wir in einer kleinen Bucht im wunderschön türkisfarbenen Wasser ankerten.



Dort verbrachten wir die Zeit mit spielen, SUP und schnorcheln, wobei wir zwei Feuerfische und eine Oktopus zu Gesicht bekamen.


Mit optimalen 15-20 Knoten Wind und 8 Knoten Fahrtgeschwindigkeit segelten wir am letzten Tag Richtung Insel Ägina, als plötzlich das Seil des Vorsegels riss. Bis zur Agia Marina Bucht war es wieder repariert und wir ankerten das letzte Mal, bevor es zurück nach Athen in die Alimos Marina ging.


Während dieser Woche lernten wir, wie und in welchem Winkel die Segel zu setzen sind, in welchem Winkel man zum Wind fahren sollte, wie man kreuzt und das Boot mitsamt den zwei Segeln wendet, in einen Hafen einmanövriert und ggf. Landleinen setzt, die Ankerlänge berechnet und den Anker setzt etc. Auch duzende neue Fachbegriffe wie Winsch (Seilwinde), Genua (Vorsegel), Mooringleine (im Hafen), Schot (Leine) etc. zählen nach diesen 142 gefahrenen Seemeilen zu unserem erweiterten Wortschatz. Einfacher war es mit dem leeren des Grauwassers (Abwasch etc.), das permanent direkt ins Meer fliesst und dem Schwarzwasser (Fäkalien), das erst 3 Seemeilen von der Küste weg als Fischfutter ins Meerwasser entleert werden darf.


Fazit
Griechenland hat uns positiv überrascht. Ohne grosse Erwartungen sind wir im Hochsommer los und dachten, wir würden von Menschenmassen und der Hitze erschlagen. Die Temperaturen waren auf Santorini angenehm bei 25-30 Grad und stets etwas Wind. Auf dem Festland war es mit 30-35 Grad immer noch akzeptabel, wobei die 40 Grad in Athen Ende Juli dann doch grenzwertig heiss waren. Dies war auch der Grund, weshalb die Akropolis und andere Kulturstätten von 12-17 Uhr geschlossen wurden und rund um Athen und Korinth erste Buschbrände entfachten. Wir waren froh um die Klimaanlage in den Zimmern oder in Supermärkten und Restaurants. Grosseinkäufe konnte man wie bei uns auch landesweit im Lidl oder Sklavenitis tätigen. Die griechische Küche überzeugte uns mit Gyros für unter Fr. 5 an jeder Strassenecke oder mit Souvlaki Spiessen, frischem Fisch, Moussaka und natürlich Tsatsiki.


Einige Tage auf Santorini und eine Woche auf dem Festland mit dem Mietauto reichten uns, um die Hauptsehenswürdigkeiten zu sehen. Die Autobahnen sind sehr modern, dafür werden auch alle paar Kilometer Mautgebühren eingesackt (Fr. 25 von Athen nach Meteora).

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