Malaysia

Kuala Lumpur

Hier haben wir uns unmittelbar neben chinatown niedergelassen. KL bietet neben den petronas towers und jensten shopping malls eigentlich nicht viel.


Da der andrang auf die petronas towers riesig ist, genossen wir die aussicht über die stadt vom fernsehturm aus.


Danach besuchten wir einige shopping center, mussten jedoch feststellen, dass die markenartikel unwesentlich billiger als in europa resp. der schweiz sind. Dafür bieten sie inwendig attraktionen wie riesige kinos oder gar achterbahnen. Fündig wurden wir jedoch anschliessend auf dem markt in chinatown.


Da malaysia grösstenteils muslimisch ist, hat es in KL noch einige moscheen, wovon wir jedoch nur die gebäude rund um den merdeka square besichtigten.


Taman Negara Nationalpark

Als nächstes reiseziel hatten wir den taman negara nationalpark im landesinneren geplant. Dieser ist mit seinen 130 mio. jahren der älteste regenwald der welt. Die gebuchte reise dorthin versprach uns zuerst drei stunden busfahrt und anschliessend drei abenteuerliche stunden bootsfahrt in richtung dschungel. 
Da wir anscheinend einen schlechten einfluss auf die funktionalität von motorfahrzeugen (insbesondere busse) zu haben scheinen, gab auch dieser bus nach zwei stunden trotz hartnäckigem kampf des busfahrers den geist auf. Nachdem dieser mit einigen zweifelhaften manövern (z.b. den bus rückwärts den berg hinunterrollen lassen, in der hoffnung, dass dieser wieder anspringt) auch eingestehen musste, dass sein gefährt nicht mehr in der lage war anzuspringen, organisierte er einen ersatzbus. Dieser kam dann auch nach längerem warten und brachte uns schlussendlich doch noch pünktlich zum bootssteg.
Glücklicherweise hielt zumindest das motorboot die ganze fahrt stand. Nach drei stunden fahrt auf einer kurvenreichen strecke, erblickten wir endlich das kleine dorf kuala tahan, in dem wir die nächsten zwei tage verbringen sollten.


Die berühmten floating restaurants im nationalpark sind für touristen die einzige möglichkeit, etwas zu essen. Hier hat man jedoch nur die wahl zwischen reis und nudeln, weshalb wir froh waren, dass wir nicht eine ganze woche hier verbrachten. Andere restaurants, shops oder auch einen bankomaten sucht man im ganzen dorf vergebens.


Um in den nationalpark eintreten zu dürfen, muss man sich zuerst beim national gouvernment eine lizenz erwerben für ein kleines entgeld. Sogar für die kamera braucht man eine lizenz. Danach führte uns ein guide zum canopy walkway, dem längsten der welt. Hier läuft man auf einer art hängebrücke von baumkrone zu baumkrone.


Anschliessend wanderten wir an riesenameisen (daumengrösse) und anderen exotischen lebewesen vorbei. Der schweisstreibende aufstieg im tropisch feuchten dschungel zu den beiden aussichtspunkten hat sich aber gelohnt.

Am abend gingen wir auf nachtsafari durch den regenwald. Wenn man glück hat, sieht man hier sogar tiger, elefanten, panther oder leoparden. Doch schliesslich kann man die tiere ja nicht bestellen. Hinten auf einem pickup nahmen wir platz und der guide vorne auf dem dach leuchtete mit einem scheinwerfer ins dunkle, um nach reflektierenden augen ausschau zu halten. Er entdeckte tiere, die wir wahrscheinlich nicht einmal bei tageslicht erblickt hätten. Somit sahen wir unzählige vögel und bekamen sogar eine wilde leopardenkatze zu gesicht.

  

Perhentian Islands

Nach der rund neunstündigen weiterreise durch das festland sind wir an der ostküste angelangt. Das schnellboot brachte uns auf die insel perhentian kecil, die kleinere der beiden perhentian inseln. Da es nicht möglich war, übers internet ein hostel zu buchen, mussten wir vor ort eines suchen. Doch dies erwies sich als sehr schwierig, da gerade die schulferien der malaysier begonnen haben. Nachdem wir beinahe in allen unterkünften auf der ganzen insel nachgefragt haben, gab es doch noch ein kleines chalet, welches noch nicht vollständig ausgebucht war. Doch nach einer schweisstreibenden nacht ohne klimaanlage und ohne strom wechselten wir in einen resort, welcher deutlich komfortabler war und per zufall gerade ein zimmer frei wurde.


Am golden beach mieteten wir uns tacherbrillen und schnorchel und sprangen ins wasser. Wenn uns nicht per zufall andere touristen kurz zuvor einen kleinen hai gezeigt hätten, wären wir erschrocken. Hier gab es ein halbes duzend baby-haie, welche ihre kreise nur wenige meter von umseren badetüchern drehten. Völlig begeistert schwammen wir ihnen hinterher und beobachteten die (zum glück) noch nicht ausgewachsenen raubtiere.


Die schnorcheltour am zweiten tag war deshalb nur noch halb so spannend, zumal die haie am berühmten shark point und die wasserschildkröten am turtle point (mit ausnahme von einer) ausblieben. Doch zum schnorcheln bieten die perhentian islands an lebenwesen eine viel grössere vielfalt als zuvor die diversen inseln in thailand.


Deshalb entschlossen wir uns auch wieder, an verlassenen stränden selbst auf erkundungstour zu gehen, da sich dort die tiere nicht verkriechen.


Diese lassen sich nicht nur unter wasser, sondern auch bestens im resort beobachten wie zum beispiel warane oder geckos.


Kota Kinabalu

Wieder vom festland aus brachte uns erneut die billigairline airasia auf den anderen teil von malaysia nach borneo. Hier in kota kinabalu, der hauptstadt des bundesstaates sabah, sind wir durch den night, sunday und filippino market geschlendert.


Neben strassenschneidern und fischhändlern werden hier sogar pflanzen und haustiere jeglicher art verkauft. Auch in den grossen shopping centern wird sicherlich jedermann fündig.
Der sonnenuntergang hinter den vorgelagerten inseln des marine parks kann sich sehen lassen.


Beim mittagessen sind wir in ein interessantes gespräch mit einer hawaiianerin gekommen, welche hier in borneo für das WWF arbeitet. Sie hat uns erschreckende fakten erzählt, die in den medien immer schöngeredet werden. Somit erfuhren wir, dass malaysia weltweit das land mit der höchsten abholzungsrate ist. Bereits 64% des regenwaldes mussten weichen und es ist kein ende zu sehen. Sie selbst schätzt, dass dieser in 30 jahren vollständig verschwunden ist. 
Dies hat auch zur folge, dass die tierwelt vollständig verschwinden wird. Vor wenigen jahren existierten noch sechs nashörner in ganz borneo, jetzt sind es nur noch drei, da die anderen wegen einer neuen ölfirma vergiftet wurden.
Die menschen hier haben gar keine kenntnisse über ihre tierwelt. In einem dorf, in dem sie zu besuch war, wurden kürzlich katzenbabys geboren. Die einheimischen wollten diese wenige tage alten vierbeiner mit bananen und reis (!) füttern. Dass diese muttermilch brauchen, da sie ansonsten sterben werden, war keinem der malaysier bewusst.
Diese diskussion hat uns sehr nachdenklich gestimmt. Auch weil wir auf unserer bisherigen reise gesehen haben, wie die menschen hier mit ihrer umwelt umgehen. Zum glück reist sie auf der ganzen welt umher, hält vorträge und erzählt von ihren erkenntnissen. Denn wenn sie einen artikel über diese fakten schreiben würde solange sie sich in malaysia aufhält, würde sie innert weniger tage ausgeschaffen werden...

Kurzfristig entschieden wir uns, die mühsam lange weiterreise mit dem bus durch ein flugzeug zu ersetzen, für beinahe denselben preis. Bereits beim einchecken wurde uns klar, dass die maschine nicht sonderlich gross ist, da sogar wir uns auf die waage stellen mussten.
Doch das wohl kleinste linienflugzeug der welt führte uns sicher über den regenwald borneos.



Auch nach einem kleinen zwischenstop in kudat mit toilettenpause gings wieder weiter. Die piloten hatten den vogel stets im griff, dies kontrollierten wir von den sitzen gleich hinter ihnen mit freiem blick ins cockpit.


Sandakan

In sandakan angekommen fühlten wir uns im ersten moment nicht so willkommen. Es war offensichtlich, dass sich hier eher wenige touristen aufhalten, so wie wir angestarrt wurden. Ab und zu kam aber auch ein freundliches "hello sir!" von den polizisten oder securitas.
Sogleich eilten wir in ein reisebüro, um die nächsten tage zu planen. Auf borneo ist man auf diese angewiesen, da man selbst beinahe nirgendwo hinkommt. Einen roller kann man in dieser grossen stadt nur an einem ort mieten, und dieser ist dann dummerweise noch ein manueller.
Obwohl die touren hier einem ein halbes vermögen kosten, buchten wir eine flussfahrt auf dem kinabatang river durch den dschungel borneos.

Nach zweieinhalb stunden busfahrt über holprige strassen erreichten wir diesen endlich. In einem boot tuckerten wir die braune brühe hinauf und sogleich erspähte unser guide auch schon das erste grössere lebewesen. Unweit über unseren köpfen schlief eine relativ grosse python seelenruhig.


Am flussufer konnten wir verschiedene affenarten beobachten, darunter auch die berühmten proboscis monkeys (nasenaffen).


Plötzlich entfloh dem guide hinter uns ein leises "yes!". Er fuhr ein paar meter zurück und da war er - ein wilder orang utan weit oben in den bäumen.


Kurz darauf entdeckten wir noch zwei weitere, welche in der baumkrone ein nest für ihre jungen bauten. Der guide erwähnte, dass wir extrem glück haben, denn die chancen liegen bei weniger als fünf prozent, einen wilden orang utan zu sehen.

Obwohl wir die orang utans bereits gesehen haben, wollten wir sie noch von nahem betrachten. Somit entschieden wir uns, das sepilok orang utan sanctuary zu besuchen. In dieser art park, welcher zum regenwald geöffnet ist, werden bedrohte orang utans hergebracht. Diese leben im dahinterliegenden wald und kommen zweimal täglich zur fütterung zurück.
Auf dem bird trail durch den regenwald nach der fütterung erwarteten wir, wie es der name sagt, vögel. Doch zu unserem erstaunen liessen sich diese nicht blicken, dafür bekundeten jedoch drei freilebende orang utans interesse an uns. Ohne ängste taumelten sie nur wenige zentimeter von uns entfernt an den bäumen umher und streckten stets die hände nach uns aus.


Das sun bear sanctuary gleich daneben verfolgt dasselbe prinzip und ziel wie der orang utan park. Hierher wurden bären gebracht, welche bei ureinwohnern als haustiere gelebt haben oder einfach auf einem parkplatz gefunden wurden. Die sun bears sind eine der kleinsten bärenarten und ausgezeichnete kletterer.


Aufgrund ihrer grösse und zutraulichkeit erinnerten sie uns eher an einen hund als an einen bären. Der eintritt für diese pärke ist für nicht-malaysier sechsmal so hoch wie für die einheimischen, was etwas übertrieben ist.

Am letzten tag führte uns wiederum eine tagestour auf die berühmteste der neun turtle islands. Nach langem handeln im reisebüro konnten wir diesmal den preis um 70% herunterhandeln, doch es war immer noch teuer im vergleich zu den vorherigen ländern.
Am hafen zeigte sich wieder die gleichgültigkeit der malaysier gegenüber ihrer umwelt. Leere petflaschen trieben zu hunderten im hafen und man konnte den einheimischen zusehen, wie sie kartons und leere behälter vom mcdonalds ins meer warfen. Unverständlich.


Auf der fahrt vorbei an den unzähligen fischerdörfchen, welche auf pfählen im meer gebaut wurden, streikte wieder einmal ein motor. Diesmal war es einer von (zum glück) zwei motoren auf dem speedboot. Die turtle island gehört zum turtle island marine park, welcher total neun inseln umfasst.


Drei davon gehören den malaysiern, die restlichen zu den philippinen. Dies erklärt auch die polizei auf der insel, welche stets hochbewaffnet mit dem fernglas ausschau auf die nur zwei kilometer entfernten inseln des nachbarlandes ausschau halten. Nicht selten kommt es dazu, dass touristen (vor allem chinesische frauen) von philippinern entführt werden und erst wieder gegen lösegeld freigelassen werden. Als wir unsere eigene kokosnuss öffneten, riefen uns die polizisten kurzerhand zu ihnen und demonstrierten uns, wie dies am einfachsten geht. Wir kamen auch in den genuss einer elefantenorange, welche sie uns offerierten.
Obwohl sich die schildkröten den tag durch nicht blicken liessen, erspähten wir einen riesigen waran auf der insel und einen tentakel in der bezaubernden unterwasserwelt des marine parks.


Am folgetag verliessen wir malaysia wieder in richtung süden nach indonesien. Jetzt haben wir bereits ein duzend flüge hinter uns...

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